… indem man seinen Blog mal wieder aktualisiert.
Da ich ja schon ewig nicht mehr geschrieben hab, muss ich jetzt tatsächlich in meinen Terminkalender gucken, damit ich mich wieder erinner.
Also Woche 5 des zweiten Terms:
Soweit ich mich erinnern kann, war es eine sehr gute Woche. Maren war ab Dienstag endlich essayfrei, also sind wir zur Feier des Tages nach Leamington zum Curry essen gefahren. Mit dabei waren einige ihrer englischen Klassenkameraden. Maren studiert Deutsch und Geschichte und das waren ihre Deutschmitstudenten. Ich kann mich grad nur an Katie (Maren’s Erasmus Buddy… so eine Art Hilfsperson), Michelle (eine zuckersüße kleine Person), Emily (aus Cambrigde, sehr sehr nett) und Victoria (die erste alternative Engländerin ever… sie hat mich besonders begeistert). Jedenfalls waren wir im Ali Baba’s. Das sieht nicht so schön aus, dafür ist das Essen aber sehr günstig und sehr sehr lecker. Ich hatte ein Balti Curry. Wenn ich es richtig verstanden hab, wurde das in Birmingham erfunden und Balti ist die Schüssel in der es serviert wird. Jedenfalls wars lecker…
Mittwoch war ein normaler Tag bestehend aus Uni, lesen, Scrubs gucken, facebook und abends war ich bei der Maren zum Spagetti essen eingeladen. Wir haben auch irgendnen Film geguckt… ich weiß aber nicht mehr welchen.
Donnerstag war ein super Tag: Vormittags Uni und danach gings nach Birmingham zum Konzert. Es war die NME Award Tour und wir haben die Maccabees, Bombay Bicycle Club, The Drums und Big Pink gesehen. Die ersten beiden fand ich unheimlich gut, während die anderen beiden nicht so meins waren. Ich kam mir auch n bissel alt vor. Wir waren nämlich aufm Balkon, weil Maren es nicht so mag in der Masse zu stehen und zweitens weil die Jungs auf der Bühne alle jünger waren als ich. Aber egal Musik war gut. Und ich fand den Sänger von den Maccabees toll… er war einfach so putzig und sah total schüchtern aus und fing plötzlich an auf der Stelle im Takt rumzutippeln und mit seinen Händen Hasenohren zu formen. Hab ich gelacht… Besonders cool war auch, dass es auf der Veranstaltung kostenlos Poster gab… man musste sie nur von der Wand abnehmen. Und nein, das hab ich mir nicht ausgedacht, das hat uns der Securitytyp erzählt. Apropos Security: Meine Lieblingsperson an dem Abend, war eine weibliche Securityfrau, die vor der Bühne stand und Crowd Surfer rausgefischt hat. Zugegeben sie war kräftig, aber zu sehen, wie sie einen riesigen schweren Kerl nach dem anderen in der Armen hält, war echt beeindruckend. Ein Lob an Bouncing Rosy!!!
Samstag gings es dann mit Maren und Chiara nach London. Zunächst einmal mussten wir uns zurecht finden, weil mal wieder einige Bauarbeiten an der Tube stattfanden und wieder alles mögliche gesperrt war, aber dann sind wir doch noch gut zum Portobello Market gekommen. Der Portobello Market ist in NottingHill und die Häuser sahen echt so aus, wie in dem Film. Putzig. Ich fand es dort echt sehr schön. Lauter kleine Geschäfte und tausende Stände. Überall Musik, Antiquitäten, Klamotten, Essen und lustige Menschen. Muss aber zugeben, dass es mir manchmal schon zu viele Menschen waren. Aber egal, wir sind jedenfalls alle fündig geworden. Maren hat sich ein grünes Kleid gekauft (im typischen Portobellostil, das würde der Mini bestimmt auch gefallen), Chiara eine Handtasche und ich auch eine Handtasche in Pandaoptik. Mein Schatz!!! Naja, nachdem wir dann im Schneeregen Sonnenbrillen anprobiert hatten, war uns dann doch zu kalt und wir sind erstmal Fish&Chips essen gegangen. Das waren mit Abstand die schlechtesten, die ich je gegessen hab. Pfui!!
Danach gings dann zur Tate Britain, eine Kunstgallerie im Ortsteil Pimlico. In Pimlico passiert nicht viel, aber ich fand es unheimlich schön. Schöne Häuser, bunte Türen, viele Bäume, Ruhe und sehr Thames-nah. Die Tate Britain hat mich nicht so interessiert. Ist halt ne Kunstgallerie, aber im Souvenirladen gabs tolle Bücher und als ich durch die Gallerie schlich, sah ich das Bild ‘Ophelia’ und dann hatte ich die ganze Zeit Kylie Minogue im Ohr ‘Where the Wild Roses Grow’. Nach der Gallerie sind wir dann in einen ganz klassischen Pub gegangen, der gleich um die Ecke war. Ich glaub es hieß ‘White Swan’. Ich fand ihn sehr schön, halt etwas rustikal. Der Tee und das Sitzen hat echt gut getan und ich hab in Chiaras neuem Buch rumgestöbert. Es ging um Bücher und London (Buchmärkte, Literatencafés…). Dann bekamen wir endlich ne Nachricht von Emily, mit der wir abends ins Ballett wollten. Ich hab mich etwas aufgeregt, weil sie sich erst zwei Stunden vorher meldet und dann total Stress macht. Naja, Chiara und ich sind dann zum Hostel gestürzt, haben uns schnell umgezogen und dann zum Ballett. Wir haben es echt sehr knapp geschafft und ich hab mich auch zurück genommen und hab nichts gesagt, als Emily uns Vorwürfe machte, weil wir so spät dran sind. Nur nebenbei bemerkt: Ich hatte mächtig Hunger, war total fertig, weil ich 197 Stufen steigen musste, weil der Lift in der Tube station kaputt war und ich wollte eine rauchen und sie hätte uns ja auch mal am früher sagen können, wann und wo wir seien müssen… und trotzdem hab ich gelächelt und nichts gesagt.
Das Ballett war Romeo und Juliet und hat im Royal Opera House stattgefunden. Das Haus war unheimlich beeindruckend, auch wenn man echt keine Höhenangst haben durfte. Das Ballett war sehr schön anzusehen und es war beeindruckend, wie man ohne ein einziges Wort die Geschichte verständlich umsetzen kann. Aber ich mag Theater halt einfach lieber…
Danach sind wir noch mit Emilies Eltern in einer Bar in Covent Garden was trinken gegangen. Emilies Eltern waren übrigens auch schon mit im Ballett und haben Emilie für das Wochenende besucht. Es war sehr interessant zu sehen, dass sich irgendwie jeder in der Gegenwart seiner Eltern ganz anders verhält. Für mich war es etwas schwer die Unterhaltung nach dem Ballett zu genießen, da sie einfach in französisch gehalten wurde. Chiara kann fließend französisch und die drei Franzosen natürlich auch. Ich war daher sehr ruhig. Emilie hat ab und zu mal was übersetzt und ich konnte auch immer verstehen, um was es geht (ich hab es ja schließlich mal gelernt). So richtig toll fand ich es jedoch nicht. Emilies Eltern fanden mich jedenfalls sehr nett und haben mich eingeladen sie in Frankreich zu besuchen. Darüber hab ich mich sehr gefreut.
Sonntag haben Chiara und ich dann im Hostel gefrühstückt und dann sind wir noch an der Thames spazieren gegangen. Achja, das Hostel war übrigens sehr schön. Ich fand es ne super Idee, dass jeder einen Vorhang vor seinem Bett hatte. So hatte man ein bisschen mehr Privatssphäre. Lustig fand ich aber, dass wir um zu unserem Zimmer zu kommen, erstmal durch Kellergewölbe mussten. Aber da alles schön renoviert war und echt sauber, war das ja kein Problem.
Chiara hab ich dann auf einem Büchermarkt gelassen und bin dann zum Bus. Dabei bin ich im Sonnenschein über die Waterloo Brigde und hab mich irgendwie total zu Hause gefühlt. Das war toll.